Landesmusikakademie NRW

Fort- und Weiterbildung sowie Austausch und Vernetzung sind die zentralen Ziele der Landesmusikakademie NRW mit Sitz in Heek im Kreis Borken. Dabei geht es sowohl um die Qualifizierungen von Musiker*innen aus dem Nachwuchs-, dem Amateur- und dem Profibereich als auch um die Ermöglichung von Begegnungen mittels der Musik.
Die Musikakademie wurde 1989 als Fort- und Weiterbildungszentrum für Musiker*innen der Laienmusikszene gegründet und ist seitdem zu einem Knotenpunkt in der Musikszene Nordrhein-Westfalens geworden. Sie wird abseits der großen Institutionen von einer Vielzahl an Laienmusiker*innen genutzt und getragen und ist daher in besonderem Maße geprägt von der Vielfalt der Bevölkerung. Die Landesmusikakademie versteht es als ihre Aufgabe, an dieser Stelle für Vernetzung, Qualifizierung und Sichtbarmachung zu sorgen.

Das Herzstück: Qualifizierung

Herzstück der Akademie sind die mehrphasigen und intensiven Qualifizierungslehrgänge für Laienmusiker*innen unterschiedlichster Fachrichtungen, die mit einem Zertifikat abgeschlossen werden können. Um dem kulturellen Reichtum der Laienmusikszene gerecht zu werden, bietet die Musikakademie im Rahmen des vom Landesmusikrat NRW initiierten Projektes Brückenklang auch Fortbildungen und Workshops für Laienmusiker*innen in Bezug auf interkulturelle Inhalte und Veranstaltungsformate an. Ziel dabei ist u.a., Musiker*innen mit jeglichem kulturellen Hintergrund zu ermöglichen, in Nordrhein-Westfalen pädagogisch tätig zu sein, sich wirksam in den musikpädagogischen Diskurs einzubringen und diesen durch neue Einflüsse zu bereichern.
Dabei greift die Musikakademie auf die Expertise einzelner Fachleute der unterschiedlichen Musikkulturen zurück und arbeitet in enger Kooperation mit unterschiedlichen Partnerorganisationen, so beispielsweise mit der Balağma Plattform NRW sowie der Tamil Cultural Fine Arts Academy (TFCA). „Ohne die Fachleute aus den unterschiedlichen Communities, wäre unsere Arbeit in diesem Bereich nicht möglich.“, so Antje Valentin, Direktorin der Landesmusikakademie.

Weitere programmatische Schwerpunkte sind die Qualifizierung von Erzieher*innen im NRW-Netzwerk Musik im Kita-Alltag. Auch hier ist eine Diversifizierung der Lehrinhalte notwendig, um beispielsweise den großen Schatz an Kinderliedern unterschiedlicher Kulturen auffangen zu können. Das Gleiche gilt für die musikpädagogische Arbeit mit Senior*innen oder auch demenziell Erkrankten. „Unser Team muss diverser werden, um den Ansprüchen gerecht zu werden.“, so Antje Valentin. „Daher versuchen wir vermehrt Dozent*innen mit unterschiedlichen Hintergründen einzusetzen und zu qualifizieren.“

Musik als Mittel zur Begegnung

In der Fortbildungsreihe Musik und Integration steht die gleichberechtigte Begegnung mit anderen Musiktraditionen als den zentraleuropäischen im Mittelpunkt. Zudem werden in der Reihe eine Vielzahl an Kursen zu Professionalisierung der musikalischen Vermittlungsarbeit mit neu zugewanderten Menschen und/oder Menschen mit Fluchterfahrung angeboten. Sowohl Spracherwerb durch Musik als auch Community Building sind hierbei wichtige Stichwörter. Die Musikakademie kooperiert in Bezug auf Letzteres mit der niederländischen NGO Musicians Without Borders.

Diversität als Querschnittsaufgabe
Die Akquise von Teilnehmenden stellt in den beschriebenen Programmformaten eine große Herausforderung dar. Antje Valentin betont, dass hier klassische Öffentlichkeitsarbeit mit Flyer und Pressemitteilung nicht ausreicht. „Wir arbeiten hier z.B. mit Radio Cosmos zusammen, aber auch netzwerkartig mit einer Vielzahl an Multiplikator*innen.“ Das Gleiche gilt für die Akquise der Dozent*innen, in Rahmen derer die Akademie auf ihre guten Verbindungen zu unterschiedlichen Communities zurückgreift.

In den vergangenen fünf Jahren ist die Landesmusikakademie NRW zu einer wichtigen Akteurin in Bezug auf den kulturellen Reichtum der Musikszene Nordrhein-Westfalen geworden. Im Jahr 2014 veranstalteten sie den ersten Balağma-Kongress, der sich mit diesem zentralen türkischen Instrument in Bezug auf Ausbildung, Konzertwesen und Jugend musiziert als Nachwuchsförderung beschäftigte. Hieraus entstand ein erster Balağma-Zertifikatslehrgang, in dem für die pädagogische Arbeit an Musikschulen vorbereitet wurde. Mittlerweile ist das Thema der interkulturtellen Öffnung ein zentraler Schwerpunkt des Programms und eine Querschnittsaufgabe für die gesamte Landesmusikademie NRW.

Foto: Training Community Music mit Musicians Without Borders, © Volker Beushausen

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