Theater Oberhausen

Als „Gemeindehaus der Stadt“ beschreibt der Intendant Florian Fiedler das Theater Oberhausen. Das Theater befindet sich mitten in einem Prozess der aktiven interkulturellen Öffnung mit zahlreichen programmatischen Setzungen. Damit knüpft das neue Leitungsteam an gute Oberhausener Erfahrungen an und intensiviert die Vernetzung mit Initiativen aus der Stadt. Schon während der Intendanz von Peter Carp (2008 bis 2017) wurde die Öffnung des Theaters hin zu einer international arbeitenden Kultureinrichtung gezielt vorangebracht.

Verantwortung für Diversität: „Gemeindehaus“ für die Stadt Oberhausen
„Inklusion nicht nur groß schreiben, sondern auch groß meinen und ermöglichen!“ ist ein Leitspruch von Florian Fiedler.
Die Ansprache von Communities, die bisher nicht in der Theaterarbeit repräsentiert sind, ist ein großes Anliegen. Um hierfür ein Zeichen zu setzen, wurden die Spielzeiten 2017 („Wofür brennst Du?“) und 2018 („Held*innen der Arbeit“) neben einem Theaterfest mit einer Prozession durch die Stadt eröffnet. Zahlreiche Initiativen aus Oberhausen nahmen daran teil. Das Theater als „Gemeindehaus der Stadt“ sei ein offener Aushandlungsort für politische und soziale Debatten und nicht zuletzt für interkulturelle Begegnung, so der Intendant. Zahlreiche Gespräche mit Initiativen und eine Zusammenarbeit mit dem Interkulturbüro der Stadt prägen seit 2017 die Arbeit am Haus.

In Anknüpfung an das interkulturelle Handlungskonzept der Stadt Oberhausen erarbeitet das Theater bis 2019 ein individuelles Handlungskonzept in Hinblick auf Struktur, Programm und Kommunikation des Hauses. Begleitet und beraten wird das Theater hierbei von der Zukunftsakademie NRW.

Programm: Transformation zum „radikalen Volkstheater“
Der Spielplan ist offen für Kooperationen mit anderen Produktionshäusern und der freien Szene und bietet zahlreiche partizipative Formate. Für interreligiösen, interkulturellen, politischen und sozialen Dialog werden verstärkt Angebote gemacht und Ressourcen zur Verfügung gestellt. Fiedler sieht das Programm auf dem Weg zum „radikalen Volkstheater“. Zwei Beispiele:

Religiöser Brauch traf im Rahmen der „d.ramadan“-Reihe auf weltliche Themen. An 23 Abenden begann der „d.ramadan“ mit einem künstlerischen Programmpunkt (Performances, Stückwettbewerb, Lesungen und Vorträge) und endete mit einem gemeinsamen Essen nach Sonnenuntergang. Das Essen wurde von der Oberhausener Initiative Refugees’ Kitchen zubereitet, ein Projekt von KiTev (Kunst im Turm e. V.).

Die Gründung des Bündnisses Frauen*streik fand 2018 im Theater Oberhausen ein Dach: 30 Vertreterinnen von Initiativen aus ganz NRW (u. a. aus Aktivismus, Sozialer Arbeit, Politik, Medien, Kunst) gründeten ein Bündnis für einen NRW-weiten „Frauen*streik“ im März 2019.

Das Theater lädt Interessierte ein, aktiv mit Kunst zu experimentieren. Besondere Formate wie etwa die Late-Night-Show SPÄTI und ein Minifestival im März 2018 zum Thema Frauenwahlrecht werden in Zusammenarbeit mit interkulturellen und inklusiven Theatergruppen, Chören, Migrant*nnenenselbstorganisationen und anderen Initiativen aus der Region gestaltet. Die Bemühungen des Theater Oberhausen wurden von der Commerzbank-Stiftung mit dem mit 10.000€ dotierten 3. Preis für Kulturvermittlung honoriert. Das Theater Oberhausen wurde darüber hinaus 2018 von der Kulturstiftung des Bundes für eine Förderung aus ihrem 360°-Fonds ausgewählt und erhält damit eine mehrjährige Förderung für diversitätsorientierte Öffnung in den Bereichen Programmangebot, Publikum und Personal.

Foto: Fake On Me, © Birgit Hupfeld

Sparte

  • Bühne
  • Haus
  • Theater

Ort

  • Oberhausen

Weiterführende Informationen

Gemeinsame Zukunft in Vielfalt, ein Kooperationsprojekt der Stadt Oberhausen und der ZAK NRW
 
Gemeinsame Zukunft in Vielfalt, Blogpost von Anke von Heyl
 
Gemeinsame Zukunft in Vielfalt, Video des Abschlusstreffens mit Florian Fiedler, Desbina Kallinikidou und Apostolos Tsalastras

 

„d.ramadan“
 

Late-Night-Show SPÄTI
 

Minifestival 2018
 
Refugees’ Kitchen
 
Kunst im Turm e. V.
 
„Frauen*streik“
 
Commerzbank-Stiftung
 
360°-Fonds der Kulturstiftung des Bundes

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